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Haus mit Steildach | VELUX Magazin

Steildach: Vorteile der beliebten Dachform

Steildach: Vorteile der beliebten Dachform

In modernen Neubausiedlungen sieht man heutzutage viele weiße Wände, jede Menge Glas – und jede Menge Flachdächer. Ist das Flachdach mittlerweile beliebter als das traditionelle Steildach? Der Eindruck täuscht: Und das aus gutem Grund! Denn die Vorteile des Steildachs sind nicht von der Hand zu weisen.

Definition: Steildach

Unter dem Oberbegriff Steildach werden – in Abgrenzung zum Flachdach – alle geneigten Dachformen zusammengefasst, deren Gefälle über 22° liegt. In manchen Fachkreisen wird diese Grenze auch bei 30° gesetzt. Zu den besonders häufigen Formen von Steildächern zählen das Satteldach und das Walmdach.

Steildach und Grundstücksflächennutzung

Weit verbreitet ist die Ansicht, die Bauweise mit Flachdach ermögliche eine effizientere Nutzung des eigenen Baugrunds. Tatsächlich ist sogar eher das Gegenteil der Fall und das Steildach klar im Vorteil. Knackpunkt hierfür ist die Gebäudehöhe und die daraus resultierende Abstandsfläche (auch Bauwich genannt) zwischen Gebäudeaußenwänden und Grundstücksgrenze, die gemäß geltenden Baugesetzen der Bundesländer nicht bebaut werden darf. Dabei werden je nach Bundesland nur ein Viertel bis ein Drittel des Steildachs in die Gebäudehöhe einberechnet. Ausnahme sind lediglich Dächer mit einem Neigungswinkel ab 70 Grad (z.B. Nurdachhäuser), bei denen bis zum Dachfirst gemessen wird.

Bauwichregelung in Österreich

Die Fläche zwischen den Gebäudeaußenwänden und der Grundstücksgrenze, die nicht bebaut werden darf, wird in Österreich Bauwich genannt. Die Größe dieser Fläche wird aus der Gebäudehöhe errechnet. Bei einem Steildachhaus ist die Gebäudehöhe nicht gleichzusetzen mit der Firsthöhe, sondern mit der Höhe der senkrechten Wand. Der Bauwich ergibt sich aus einer von dort in einem Winkel von 45 Grad zum Boden gedachten Linie und einem Multiplikator, der in jedem Bundesland anders geregelt ist:

  • Niederösterreich: 0,5 x Gebäudehöhe, mind. 3 m
  • Kärnten: 0,6 x seitliche Gebäudehöhe, mind. 3 m
  • Tirol: 0,6 x seitliche Gebäudehöhe, mind. 4 m
  • Oberösterreich: mind. ein Drittel der Bauhöhe, mind. 3 m

Darüber hinaus können örtliche Bebauungspläne auch andere Richtwerte vorgeben.

Ziehen Sie immer im Zweifel frühzeitig einen Experten Ihres Vertrauens hinzu, um trotz beispielsweise rechtlicher Änderungen oder lokaler Besonderheiten auf der sicheren Seite bei der Planung zu sein!

Steildach und Innenraumnutzung

Ein ausbaufähiger Dachboden ist für jeden Hausbesitzer die Chance, lang gehegte Wohnträume zu verwirklichen. Bei einem durchschnittlich großen Grundstück ist es eine andere Art von Wohnflächen-Zugewinn, die bei annähernd gleichen Baukosten für eine Steildach-Lösung spricht. Neben der größeren Gebäudebreite liefert hier ein ausbaufähiges Dachgeschoss hochwertigen Wohnraum, quasi ein drittes Geschoss für sofort oder mit der Option für später. Oder Sie setzen auf einen offenen Spitzboden mit Galerie und profitieren von einem großzügigen Wohngefühl.

Mit dem VELUX Daylight Visualizer lässt sich der Unterschied zum Flachdach-Gebäude in Raum- und Lichtgefühl eindrucksvoll veranschaulichen:

VELUX Daylight Visualizer: Rendering eines Steildach-Gebäudes - VELUX Magazin
VELUX Daylight Visualizer: Rendering eines Flachdach-Gebäudes - VELUX Magazin

Die Entscheidung für ein Satteldach rechnet sich daher auch in Sachen Flexibilität. Es ist immer die Option zur Vergrößerung der Bruttogeschossfläche durch einen Dachausbau gegeben und damit eine Anpassung an den sich verändernden Wohnraumbedarf möglich.

Ein Atelier zum Malen einrichten? Gästezimmer für weit entfernt lebende Freunde anbieten? Den älter werdenden Sprösslingen etwas Privatsphäre geben und ihnen ein Jugendzimmer unter der Dachschräge einrichten? Mit einem Steildach kein Problem. Ein Flachdach wiederum lässt einem zur Vergrößerung des Wohnraumes nur die Möglichkeit, seitlich ans Haus anzubauen – und das geht auch nur bei ausreichender Grundstücksfläche.

Schutz unterm Steildach dank Dämmung

Blick von außen auf ein Steildach-Haus | VELUX Magazin

Ein gut gedämmtes und belüftetes Steildach schirmt seine Besitzer zuverlässig vor Wind und Wetter ab. Die schützenden Dachüberstände der Dachkonstruktion bewahren die Hausmauern vor Feuchtigkeit. Steildächer brechen den Wind und sind dadurch sicherer, sowohl Regenwasser als auch Schnee können auf der Dachhaut ganz einfach abfließen. Auf dem Flachdach hingegen sind die Gullys potenzielle Schwachstellen, die regelmäßiger Kontrolle und Reinigung bedürfen. Auch der Notüberlauf muss zuverlässig auf seine Funktionsfähigkeit kontrolliert werden. Natürlich sind besonders schlechte Witterungsverhältnisse nicht nur für Flachdächer gefährlich – diese sind jedoch definitiv stärker davon betroffen.

Individuelle Steildächer für besondere Außenwirkung

Steildächer gestalten das Erscheinungsbild eines Hauses wesentlich mit. Ein Steildach wird zur fünften Fassade, mit der sich spannende Formen generieren lassen. Besonders beliebt sind monolithische Gestaltungen: Dach und Fassade bestehen hier aus demselben Material. Aber nicht nur Materialien oder auch Farben der Dachflächen verleihen dem Haus seinen individuellen Charakter – auch Dachfenster haben großen Einfluss auf seine Außenwirkung. Sie bringen zudem Tageslicht von oben bis tief in den Raum hinein, sorgen so für eine helle und freundliche Wohnatmosphäre und tragen maßgeblich zu einer besseren Lebensqualität in Ihrem Zuhause bei.

Kosten fürs Steildach

Im ersten Moment klingt es vielleicht überraschend: Auf lange Sicht ist die Eindeckung mit einem Steildach tatsächlich günstiger als ein Flachdach. Qualitativ hochwertige Flachdächer haben einen hohen Anschaffungspreis plus jährliche Instandhaltungskosten und in der Regel alle 15 Jahre Erneuerungskosten. Ein Steildach hingegen hat eine lange Lebensdauer. Im Normalfall bekommen Sie 30 Jahre Garantie. Auch die Instandhaltungskosten bleiben für diesen Zeitraum relativ konstant, während sie bei Flachdächern schon ab 15 Jahren allmählich steigen. Eine Studie der Technischen Universität Wien belegt, dass Steildächer langfristig, auf einen Zeitraum von etwa 50 Jahren gerechnet, kostensparender sind als Flachdächer. Darüber hinaus können Sie auf Ihr Steildach Photovoltaik-Module oder Solarkollektoren perfekt integrieren, und so Sonnenenergie für den eigenen Haushalt produzieren. Beim Flachdach ist die Anbringung solcher Solaranlagen aufwändiger, da sie dort anfälliger für Witterungsschäden sind.

Steildächer sind effizienter als man denkt

Der rationale, weil vermeintlich effiziente Grund für ein Flachdach, ist damit eindeutig widerlegt. Vielmehr ist das Steildach die effizientere Lösung, wenn es um Maximierung der Wohnfläche geht. Wenn Sie eine persönliche Vorliebe für das Flachdach haben, mag es für Sie die bessere Lösung sein – in puncto Flächennutzung des Grundstücks und der Wohnfläche spricht jedoch alles für ein Steildach.

FAQ – Häufig gestellte Fragen übers Steildach

Was ist ein Steildach?

Der Begriff Steildach ist der Oberbegriff für geneigte Dachformen. Die Dachneigung muss dabei über 22° liegen, in manchen Fachkreisen wird diese Grenze auch bei 30° gesetzt. Zur Gruppe der Steildächer gehören beispielsweise das beliebte Satteldach sowie das Walmdach.

Was ist besser – Flachdach oder Steildach?

Ob Sie sich für ein Flach- oder ein Steildach entscheiden sollten, hängt von Ihren individuellen Ansprüchen und Vorlieben ab. Studien zufolge ist ein Steildach auf lange Sicht günstiger – zudem bietet es die Möglichkeit eines ausgebauten Obergeschosses.

Ist ein Flachdach billiger als ein Satteldach?

Studien zufolge ist ein Satteldach mit ausgebautem Dachgeschoss auf lange Sicht günstiger als ein Flachdach. Das liegt vor allem am geringeren Anschaffungspreis und niedrigerem Wartungsaufwand.

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